Matthias Hülser
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Die Websites der Politikerinnen und Politiker

25. September 2019

In Österreich befinden wir uns derzeit in der heißen Phase des Wahlkampfes zur Nationalratswahl 2019. In dieser heißen Phase ist es natürlich enorm wichtig, noch unentschlossene Wähler zu erreichen. Außer Frage steht, dass hierbei auch das Internet eine große Rolle spielt. Bei Inhalten auf Social-Media Diensten ist man aber bei der Gestaltung der Beiträge leider durch die Vorgaben der jeweiligen Plattform limitiert. Bei Instagram wäre eine solche Limitierung das erlaubte Seitenverhältnis für Bilder und Videos. Bei Twitter ist man bei der Verfassung von Tweets auf 280 Zeichen begrenzt und bei Facebook ist man bei der Gestaltung der Beiträge ebenfalls stark eingeschränkt. Auf einer eigenen Website stehen einem aber alle Möglichkeiten der Gestaltung offen. Aus diesem Grund fand ich es interessant, mir die Websites der Parteien und Politiker, die diesen Monat zur Nationalratswahl antreten, anzusehen und zu vergleichen. Es handelt sich dabei natürlich um subjektive Wahrnehmungen meinerseits, möchte aber auf ein paar spezielle Aspekte eingehen: Benutzerfreundlichkeit, “Mobile Friendliness” und Aufmachung (Wahl von Farben und Schriften etc.), wobei der letzte Punkt natürlich stark von den eigenen Präferenzen abhängt.

Neos

Die Website der Neos ist erreichbar unter neos.eu. Sie erscheint in einem hellen Design mit pinken (#e84188) und gelben (#ffed00) Akzenten. Über die Kombination von gelb und pink kann man meiner Meinung nach streiten aber das sei jedem selbst überlassen. An der Unterseite des Bildschirms befindet sich eine Meldung, die den Benutzer darauf hinweist, dass “Cookies” verwendet werden. Positiv ist, dass man hier die Verwendung von Cookies auch ablehnen kann. Leider wird diese Meldung aber von einer anderen Benachrichtigung am linken, unteren Bildschirmrand verdeckt. Das hätte man definitiv eleganter lösen können. Dieses zweite Benachrichtigungselement zeigt die Aufforderung “Zukunftsbotschafter” zu werden.

Was einem auf der Website vermutlich als Erstes auffällt ist der breite Banner, der sich direkt unter der Navigationsleiste befindet und die Spitzenkandidatin in Schwarz-Weiss zusammen mit einem kursiv geschriebenen Wahlkampfslogan zeigt. Die serifenlose, kursive Schrift in Kombination mit dem in Schwarz-Weiss gehaltenen Bild und den pinken und gelben Akzenten wirkt meiner Meinung nach modern und dynamisch. Unter diesem Banner befindet sich ein kurzer Text und ein Anmeldeformular für den Newsletter. Als nächstes findet man auf der Seite die zwei neuesten Social-Media Beiträge von diversen Plattformen. Ich finde, dass man hier auch mehr als nur zwei Beiträge anzeigen können. Generell sind die Elemente aber ansprechend und schlicht gestaltet, wie auch die restlichen Elemente die auf der Website noch folgen. Die pinke Navigationsleiste enthält 7 Elemente, wobei nur eines davon zu einem weiteren Menü (“Drop-Down”) führt. Das lässt die Navigationsleiste übersichtlich erscheinen. Bei der Ansicht der Website auf einem Smartphone ist diese Leiste verborgen und wird erst nach einem Tippen auf das Menü-Symbol oben rechts sichtbar (“Hamburger”). Alle anderen Elemente werden gut an die kleinere Displaygröße angepasst.

Im Großen und Ganzen ist die Website schlicht gehalten wirkt aber aufgrund der gelb-pinken Akzente trotzdem dynamisch. Negativ ist mir nur aufgefallen, dass ein Element zur Benachrichtigung des Benutzers durch ein anderes verdeckt wird.

Die Grünen

Die Website zum Wahlkampf 2019 der Grünen ist unter zurueckzudengruenen.at erreichbar. Als erstes fällt hier die Benachrichtigung für die Verwendung von Cookies auf, da diese in der Mitte des Bildschirms angezeigt bist. Bei dieser Benachrichtigung handelt es sich meiner Meinung nach um etwas nebensächliches, weshalb sie nicht in der Bildschirmmitte angezeigt werden sollte.

Im Gegensatz zur Website der Neos überwiegt hier nicht weiß als Hintergrundfarbe, sondern grün. Die Akzente sind pink und gelb. Hier verwendet man also die Parteifarbe als Farbe für den Hintergrund, die somit das gesamte Erscheinungsbild dominiert, während man bei den Neos die Parteifarbe nur als Akzent verwendet. Was einem hier besser gefällt muss wieder einmal jeder für sich selbst herausfinden. Zunächst ist über die gesamte Bildschirmbreite und über fast die gesamte Bildschirmhöhe ein Banner zu sehen, das den Spitzenkandidaten vor grünem Hintergrund zusammen mit einem in gelb gehaltenen Wahlkampfslogan und einem pinken Kreis, in welchem der Name des Kandidaten in grün steht, zeigt. Der Text ist auch hier kursiv. Die Farbkombination wirkt grell und unharmonisch, was aber durchaus gewollt sein kann. Die Navigationsleiste ist hier immer (also auch auf Geräten mit großem Bildschirm) verborgen und wird nach einem Klicken bzw. Tippen auf den sogenannten “Hamburger” sichtbar. Das Menü erscheint übersichtlich. Es enthält 11 Elemente, Untermenüs gibts es keine. Das Menü und auch alle anderen Elemente werden auch sehr gut auf Mobilgeräten dargestellt.

Unter dem großen Banner befindet sich ein Anmeldeformular für den Newsletter und die Möglichkeit zu spenden. Als nächstes folgen ein eingebettetes Video, Die Themen, Bilder der Kandidaten und ein News-Abschnitt, der die neuesten Beiträge in Form eines Sliders darstellt. Die einzelnen Abschnitte sind dabei in den unterschiedlichen Designfarben gehalten. Da hier jeder Abschnitt sein eigenes Hintergrundbild hat und diese Hintergrundbilder auch noch relativ detailreich sind, könnte es sein dass hier oft der Hintergrund vom Vordergrund ablenkt, was eigentlich nicht der Fall sein sollte wie ich finde.

Abschließend kann man hier sagen, dass die Website sehr grell und sehr bunt wirkt, was vielleicht nicht jeder als angenehm empfindet.

KPÖ

Die Website der Kommunistischen Partei Österreichs findet man unter kpoe.at. Leider erscheint das Design auf den ersten Blick eher nicht zeitgemäß. Auf der Startseite werden einem ohne hinunterzuscrollen gleich Termine, “Blogbeiträge”, ein Slider und zwei Navigationsleisten präsentiert. Um all diese Elemente auf einem Bildschirm unterzubringen wurde eine sehr kleine Schriftgröße gewählt, was sich negativ auf die Übersichtlichkeit der dargestellten Inhalte auswirkt. Die Navigationsleisten enthalten insgesamt nur acht Elemente und keine Untermenüs, was durchaus positiv anzusehen ist, da zu viele Elemente in einer Navigationsleiste bzw. zu viele Untermenüs das Benutzererlebnis sehr schnell sehr stark beeinträchtigen können. Insgesamt halte ich diese Website aber für eher benutzerunfreundlich, besonders aufgrund der kleinen Schrift und der Dichte an Informationen, die dem Benutzer auf einmal angezeigt wird. Die Website wird zwar auf meinem Smartphone korrekt dargestellt und wirkt als wäre sie für Mobilgeräte optimiert, aber auf meinem Tablet wird teilweise die Navigationsleiste vom Logo verdeckt, was definitiv nicht gewollt ist.

Der Wandel

Die Adresse der Website der Partei “Der Wandel” lautet derwandel.at. Beim ersten Betrachten gefällt mir die Seite ganz gut. Rot ist als Akzentfarbe sinnvoll eingesetzt. Manchmal sehr dezent, wie zum Beispiel bei den Pfeil-Icons in den einzelnen Elementen der Navigationsleiste, die dem Benutzer signalisieren, dass hier noch ein Untermenü folgt, teilweise aber auch sehr auffällig, zum Beispiel als Hintergrundfarbe eines kompletten Abschnitts der Website.

Das Design wirkt im Großen und Ganzen sehr stimmig und durchdacht. An den richtigen Stellen werden Elemente durch Farbe hervorgehoben. Schatten hinter Text und anderen UI-Elementen ist in angenehmem Maße eingesetzt. Die Darstellung der Seite auf mobilen Endgeräten funktioniert gut. Das einzige, das mir teilweise nicht gefällt, sind die eingesetzten Fotos. Dabei meine ich nicht die Art und Weise wie diese fotografiert wurden oder gar die darauf abgebildeten Personen oder Dinge, sondern die Tatsache, dass beim Freistellen dieser Fotos teilweise sehr unsauber gearbeitet wurde.

FPÖ

Unter fpoe.at findet man die Website der Freiheitlichen Partei. Beim Besuchen der Seite erscheint gleich ein Pop-Up, das fast den gesamten Bildschirm füllt. Dieses Pop-Up zeigt das Bild eines Politikers der Partei und ein Formular für die Anmeldung zum Newsletter. Die Website ist in blau und weiß gehalten mit roten Akzenten. In einer Art Slider werden die vier neuesten “Blogbeiträge” angezeigt. Weiter werden darunter aufgelistet. Überschriften werden dabei durch blaue Farbe hervorgehoben. Ich finde, dass die Farben rot und blau hier durchaus ansprechend eingesetzt werden. Die Navigationsleiste enthält nur sieben Einträge und wirkt deshalb übersichtlich. Insgesamt wirkt das Design zwar solide, ist aber nichts besonderes.

Am Beginn der Seite wird auf zwei weitere Websites verwiesen: herbertkickl.at und norberthofer.at, wobei beide Seiten fast identisch sind. Beide zeigen einen großen Slider, der einige Bilder aus den Geschehnissen des Wahlkampfs darstellt. Die Navigationsleiste ist hier, im Gegensatz zu der, die auf fpoe.at zu finden ist, nicht in blau gehalten, sondern in grau.

Die Darstellung der drei Websites auf Mobilgeräten funktioniert meiner Meinung nach nur mäßig. Ich finde, dass teilweise Elemente zu klein und andere zu groß auf Geräten wie Smartphones angezeigt werden. Auf fpoe.at entstehen auf meinem Handy außerdem eigenartige Abstände zwischen einzelnen UI-Elementen, die so nicht gewollt sein können. Zusammengefasst finde ich, dass die Websites der Freiheitlichen Partei zwar solide aussehen, aber irgendwie auch einfallslos und langweilig. Außerdem sollte die Darstellung auf mobilen Geräten verbessert werden.

SPÖ

Die Sozialdemokratische Partei stellt ihre Website unter der Adresse spoe.at zur Verfügung. Beim Öffnen der Seite erwartet einen viel weiß und rot und ein großes Bild der Spitzenkandidatin. Die rote Farbe, die auch die Farbe der Partei ist, findet sich auch in anderen Teilen der Website, etwa als Farbe für Überschriften oder Unterstreichungen von Links. Die rote Farbe findet man außerdem an einigen Stellen als Hintergrundfarbe in verschiedenen Abstufungen. Die Farbgebung und die Schriftarten der Website wirken auf mich durchaus harmonisch und stimmig. Auf der Startseite werden unter dem Bild der Spitzenkandidatin und dem Formular für die Anmeldung zum Newsletter werden die 22 neuesten Meldungen bzw. deren Vorschau angezeigt. Ich bin der Meinung, dass man hier deutlich weniger Beiträge auf der Homepage anzeigen könnte oder zumindest alle Beiträge bis auf maximal 10 auf eine extra Seite verschieben könnte.

Sorgen bereitet mir die Navigationsleiste der Website der Sozialdemokratischen Partei. Sie befindet sich, wie bei nahezu allen anderen Websites auch, ganz oben. Das Problem, das ich mit diesem Navigationsmenü habe ist, dass hier fast jedes Menüelement zu einem weiteren Untermenü führt. Diese Untermenüs sind aber leider sehr verwirrend, wie ich finde. Als Beispiel kann man hier das Untermenü “Mach mit!” anführen. Die Unterpunkte hierzu sind “Menschlichkeit siegt! Ich bin dabei!”, “Mach mit!”, “Werde Mitglied!”, “Werde Gastmitglied!” “SPÖ-Newsletter” und “Spenden”. Für mich bedeutet “Ich bin dabei” und “Mach mit!” irgendwie etwas ähnliches, weshalb ich mich hier nur schwer orientieren kann. Ein weiteres Beispiel wäre, dass sich unter dem Hauptmenüpunkt “Das sind wir” den Untermenüpunkt “Pamela Rendi-Wagner” findet, gleichzeitig ist aber “Pamela Rendi-Wagner” ein eigener Hauptmenüpunkt.

Beide Menüpunkte führen aber zur selben Website, pamelarendiwagner.at. Es handelt sich dabei um die Website der Spitzenkandidatin. Das Design dieser Seite ähnelt dem von spoe.at mit dem Unterschied, dass weniger Inhalte angezeigt werden und die rote Farbe nicht so prominent ist. Hier werden nur die drei neuesten Meldungen angezeigt. Die Vorschaubilder sind dabei größer als jene auf der Website der Sozialdemokratischen Partei. Insgesamt finde ich, dass das Design der beiden Websites sehr gelungen ist, die Benutzererfahrung aber durch das verwirrende Navigationsmenü erheblich beeinträchtigt wird.

Die neue Volkspartei

Zum Schluss widmen wir uns noch der Website bzw. den Websites der Neuen Volkspartei und ihres Spitzenkandidaten. Soweit ich es beurteilen kann werden hauptsächlich drei Websites für den Wahlkampf der neuen Volkspartei genutzt: dieneuevolkspartei.at, sebastian-kurz.at und wir-fuer-kurz.at. Als Erstes fällt auf, dass wir-fuer-kurz.at über kein Favicon verfügt. Das ist aber nicht als negativ anzusehen, da es sich hierbei nur um ein kleines Detail handelt. Immerhin verfügt matthias.live auch über kein Favicon - noch nicht.

Beim Besuch von dieneuevolkspartei.at erwartet einen eine Art Banner, das den Spitzenkandidat zusammen mit türkis hinterlegtem Text zeigt. Ansonsten sieht man viele Bilder auf der Website der neuen Volkspartei. Die türkise Farbe ist dezent aber keinesfalls zurückhaltend eingesetzt. Die Menüleiste enthält neben einigen Social-Media-Icons nur zwei Elemente: “Presse” und “Downloads”. Will man etwas anderes als “Presse” und “Downloads” muss man auf eine der anderen Websites ausweichen. Auf wir-fuer-kurz.at bekommt man direkt ein Video, das Momente aus dem Wahlkampf der Volkspartei zeigt. Die Farbe türkis wird auf dieser Seite deutlich stärker eingesetzt als auf der vorherigen. Die Schrift ist hier im Durchschnitt deutlich größer als auf der Website der Volkspartei. Insgesamt wirkt wir-fuer-kurz.at etwas unstrukturierter als dieneuevolkspartei.at, da Elemente weniger klar voneinander abgetrennt sind. Außerdem wird Text teilweise von Buttons überdeckt, was definitiv nicht gewollt sein kann. Auf sebastian-kurz.at wird noch mehr türkis eingesetzt als auf der Website für die Initiative “Wir für Kurz. Türkis kommt hier als Hintergrundfarbe ganzer Abschnitte der Website, als Schriftfarbe und als Hintergrundfarbe für kleinere Elemente zur Anwendung, was einen harmonischen Gesamteindruck vermittelt. Aufgefallen ist mir hier auch, dass man bei manchen Elementen einen “Parallax”-Effekt eingesetzt hat, was zwar nur ein kleines Detail ist aber durchaus schön aussieht. Das Menü ist hier normalerweise verborgen und kann mit Hilfe des “Hamburgers” sichtbar gemacht werden. Es enthält sechs Elemente und ist daher sehr übersichtlich.

Abschließend finde ich, dass die Websites rund um die neue Volkspartei und ihren Spitzenkandidaten sehr ansprechend gestaltet wurden und ein eineinheitliches Gesamtbild vermitteln. Ich stelle mir aber die Frage inwiefern eine Aufteilung der Inhalte auf die drei Websites sinnvoll ist. Sucht man etwas bestimmtes, muss man im schlimmsten Fall alle drei Seiten aufrufen.

Fazit

Die Websites der Politikerinnen und Politiker sind sehr unterschiedlich. Es ist sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Parteifarben auf den Websites der Parteien eingesetzt werden. Beispielsweise setzt man bei der FPÖ die Parteifarbe nur als Akzentfarbe ein, während man bei den Grünen fast den gesamten Hintergrund grün eingefärbt hat. Man merkt meiner Meinung nach deutlich, welche Parteien die besten und kreativsten Webdesigner haben. Und das sind nicht zwingend die “größten” Parteien. Ich werde hier bewusst kein Ranking der besten Websites anführend, da ich finde, dass hier die eigenen Präferenzen eine wichtige Rolle spielen und jede und jeder selbst entscheiden sollte, welche Website die schönste ist. Ich habe meinen Favoriten.


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